Termine

Sa. 29. Jul. - Messdienerfreizeit
(Katholische Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena)

So. 30. Jul. - Nachkerb mit Werkstattfest
(Gesellschaft der Heimatfreunde Weiler e.V.)

Sa. 12. Aug. - Kinder- und Familienfest
(CCW - Carneval Club 1956 Weiler e.V.)

Sa. 12. Aug. - Weinprobe am Rebstock
(Weinkonvent St. Hildegard e.V. Weiler)

Mo. 14. Aug. - Sommertreffen
(Freie Wählergemeinschaft FWG)

Do. 17. Aug. - Jahresausflug
(Katholische Frauengemeinschaft)

Fr. 18. Aug. - Jugendförderwochenende
(Musikverein 1921 Weiler e.V.)

Sa. 19. Aug. - Jahresfahrt
(Gesellschaft der Heimatfreunde Weiler e.V.)

Di. 22. Aug. - Gemeinderat
(Ortsgemeinde Weiler)

Mi. 23. Aug. - Blutspende
(Malteser Hilfsdienst Weiler)

Fr. 25. Aug. - Seniorentreff mit Messe
(Katholische Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena)


Das Projekt "Kommunale Partnerschaften als Antwort auf die europäische Krise" wurde mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert

Unter dem Motto „Kommunale Partnerschaften als Antwort auf die europäische Krise“ empfing der Partnerschaftsverein des Landkreises Mainz-Bingen vom 16. bis 19. September 2016 Partnerschaftsdelegationen aus der Provinz Verona (Italien) und dem Landkreis Nysa (Polen) zur Bürgerbegegnung im Landkreis Mainz-Bingen.

Die Delegation aus der Provinz Verona, mit der der Landkreis seit 1952 eine der ältesten kommunalen Partnerschaften Europas unterhält, bestand neben dem Präsidenten Antonio Pastorello aus weiteren offiziellen Vertretern der Provinz sowie italienischen Bürgern. Besonders hervorzuheben ist, dass auch Bürger aus den italienischen Partnergemeinden der Mainz-Binger Kommunen Nieder-Hilbersheim (Bonavigo) und Undenheim (Dolcé) teilnahmen und so die Gelegenheit nutzten, die persönlichen Bande zwischen den Bewohnern der Partnerregionen zu stärken.

Aus dem polnischen Nysa, mit dem der Landkreis Mainz-Bingen seit 2001 eine Partnerschaft unterhält, konnte nicht nur der stellvertretende Landrat Piotr Woźniak, sondern auch der stellvertretende Kreisrat sowie ebenfalls Bürger und Vertreter öffentlicher Einrichtungen und Vereine begrüßt werden. Zudem nahmen interessierte Bürger und Mitglieder des Partnerschaftsvereins Mainz-Bingen, die sich teilweise seit vielen Jahren für die kommunalen Partnerschaften des Landkreises engagieren, sowie Vertreter der Kreisverwaltung, unterschiedlicher (Verbands-)Gemeinden und Vereine teil.

Beim Eröffnungsabend am 16. September begrüßte Landrat Claus Schick seine Gäste in Ingelheim und stellte alle Akteure und das Tagungsprogramm vor. In seiner Begrüßungsansprache betonte er, dass Freundschaften keine Selbstverständlichkeiten seien, denn „sie müssen immer wieder gepflegt und erneuert werden.“ Nur, wer sich immer wieder neu einbringe und engagiere, könne die Freundschaften und die Kooperation zwischen den europäischen Regionen und Völkern als Grundpfeiler europäischen Wohlstands und Sicherheit aufrechterhalten.

Nach den Begrüßungsreden des Präsidenten der Provinz Verona Antonio Pastorello, des stellvertretenden Landrats des Kreises Nysa Piotr Woźniak, der Staatssekretärin Heike Raab als Vertreterin des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europäischen Union, des Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration Miguel Vicente und der Europaabgeordneten Birgit Collin-Langen, fand ein Informationsaustausch mit der Fachstelle Asyl und Integration der Kreisverwaltung Mainz-Bingen sowie des Büros für Flüchtlingsangelegenheiten des Jobcenters Mainz-Bingen statt. Mitarbeiter sowie ehrenamtliche Integrationslotsen berichteten von ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten. Hiermit wurde den Delegationsteilnehmern die Arbeit der Fachstelle und den von ihr koordinierten ehrenamtlich Tätigen sowie einige der im Landkreis Mainz-Bingen lebenden Asylbewerbern vorgestellt.

Im anschließenden Dialog mit Staatssekretärin und Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europäischen Union Heike Raab zum Thema: „Integration und Solidarität – eine gemeinsame Herausforderung“ wurde diskutiert, wie Integration und Solidarität in Europa gestärkt werden können und so auch zum Umgang mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik beitragen können. Die als bedrohlich empfundene internationale Lage sowie Attentate innerhalb wie außerhalb Europas stärkten hier wie anderswo nationale Bewegungen und wecke bei vielen den Wunsch nach Abschottung und zur „Rückkehr zum alten Glauben“, dass ein einzelner Staat besser fähig und in der Lage sei, seinen Bewohnern Wohlstand und Sicherheit zu schenken. Der Brexit sei ein aktuelles Beispiel für diese Fehleinschätzung, mahnte Landrat Schick. Staatssekretärin Frau Heike Raab zeigte im Gespräch die Möglichkeiten der Beteiligung an der Gestaltung Europas auf. Neben der inhaltlichen Einstimmung und Inspiration diente der erste Abend nicht zuletzt dem Wiedersehen alter und neuer Freunde aus den Partnerregionen und der persönlichen Begegnugn der Bürger.


Der nächste Tag, Samstag, der 17. September 2016, begann mit einer Vortragsveranstaltung zum Thema: Humanitäre Zuwanderung für eine erfolgreiche Integration. Staatsministerin Anne Spiegel vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz referierte und diskutierte anschließend mit den Teilnehmern über das Gehörte. Nachmittags besuchten die Delegationsteilnehmer erst die Refugees Welcome-Gruppe der Stadt Gau-Algesheim und anschließend das Asyl-Integrationshaus Jugenheim, wo die lokale Projektinitiative „Willkommen im Dorf“ ihre Arbeit vorstellte. Beide Projekte führten den Partnerschaftsfreunden aus nah und fern vor Augen, wie wertvoll und unabdingbar bürgerschaftliches Engagement für gesellschaftliche Integration und Zusammenhalt ist.

Am Abend fand eine weitere Vortragsveranstaltung mit anschließender Diskussion, dieses Mal mit der Leiterin der Kreisvolkshochschule Monika Nickels, zum Thema Bildungszugänge für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Kommune gestalten, statt. Die Expertin machte deutlich, welch zentrale Bedeutung Bildung und Sprachkenntnissen für die gesellschaftliche Integration zukommt.

Die Vortragsveranstaltungen vermittelten den Teilnehmern die Möglichkeiten, Chancen und Bedingungen erfolgreicher Integration und stärkten Verständnis und Toleranz gegenüber den Asylsuchenden. Als Abrundung des Tagesprogrammes besuchten die Delegationsteilnehmer die Ausstellung „Handyfotos einer Flucht 2.0“ , die Aufnahmen der langen, lebensgefährlichen Reise von sieben Flüchtlingen zeigt. Der direkte, persönliche Kontakt mit betroffenen Menschen aus den Kriegsgebieten und das anschauliche Bild- und Videomaterial untermauerten die Intention der Vortragsveranstaltungen.

Am Sonntag, dem 18. September 2016 besuchten die Teilnehmer der Partnerschaftstagung die vom Malteser Hilfswerk betreute Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Ortsgemeinde Zornheim. Insbesondere hilfsbedürftige, minderjährige Jugendliche sind von der Flüchtlingsproblematik betroffen und müssen sich der Herausstellung stellen, sich in einer fremden Gesellschaft zu integrieren und ein neues Leben aufzubauen. Den Teilnehmern des Partnerschaftswochenendes wurde die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit diesen jungen Menschen gegeben.

Anschließend trafen sich die Partnerschaftsfreunde mit dem Integrationsbeauftragten des Landkreises und Teilnehmern von Integrationskursen und lernten deren Herausforderungen und Sichtweisen kennen.

Leider mussten die europäischen Partnerschaftsfreunde aus Polen und Italien aus organisatorischen Gründen bereits am Sonntagnachmittag die Heimreise antreten.

Alle Teilnehmer waren sich jedoch einig, dass das gemeinsame Partnerschaftswochenende fachlich wie persönlich ein voller Erfolg war:

Die Teilnehmer lernten verschiedene haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer kennen, die sich mit viel Engagement einbringen und europäische Kernwerte wie Integration, Solidarität und Bürgerbeteiligung verkörpern. Es wurde deutlich, wie Integration und Solidarität im Landkreis Mainz-Bingen gelebt wird und damit Beispiele gegeben, wie man sich als Bürger aktiv einbringen und somit zum Gelingen gesellschaftlich wie europäisch relevanter Herausforderungen beitragen kann.

Zudem verbrachten die Partnerschaftsfreunde aus den unterschiedlich europäischen Ländern und Regionen Zeit miteinander und konnten bestehende Freundschaften pflegen sowie neue eingehen. In den Diskussionsrunden konnte man sich tiefergehend austauschen, Gemeinsamkeiten entdecken sowie sich gegenseitig inspirieren.

Ingelheim, September 2016
(Kreisverwaltung Mainz-Bingen, Ricarda Kerl, Partnerschaftsbeauftragte)