Termine

Di. 19. Dez. - Gemeinderat
(Ortsgemeinde Weiler)

Sa. 23. Dez. - Weihnachtskonzert
(Männergesangsverein Liederkranz 1886 Weiler e.V.)

Aus Anlass des Volkstrauertages gedachten am Sonntag viele Weilerer Bürgerinnen und Bürger der Opfer der beiden Weltkriege. Im Rahmen der feierlichen Zeremonie am Weilerer Friedhof wurden eine Andacht abgehalten und Kränze niedergelegt. Nachfolgend lesen Sie die Ansprache des Ortsbürgermeisters.

Ansprache des Ortsbürgermeisters Erwin Owtscharenko

Vielen Dank, Herr Wild, für Ihre Gedenkansprache und Dank dem VdK, der die Trauer an die 65 Millionen Toten der beiden Weltkriege wach hält und mit der Erinnerung an das unsägliche Leid als Mahner für den Frieden auftritt.

Ebenso bedanke ich mich bei dem Musikverein Weiler und dem Männergesangverein Liederkranz Weiler für die Mitwirkung an dieser Gedenkveranstaltung.

Liebe Gemeindemitglieder,
die Jüngeren unter uns werden es möglicherweise noch erleben, dass der Volkstrauertag eine seiner beiden Funktionen verliert. Er wird uns als kollektive Trauerveranstaltung im Gedenken an die Kriegstoten erhalten bleiben, aber als Mahner für den Weltfrieden ausgedient haben.

Am 9. November 1989 ist die Mauer in Deutschland gefallen. Ein Symbol des kalten Krieges. In den nachfolgenden 22 Jahren sind unwahrscheinlich viele Mauern in Europa und in den Köpfen gefallen – und damit Konflikte entfallen. Wer hätte das gedacht: Am 6. April 1941 hat Deutschland Griechenland überfallen und 70 Jahre später – geschichtlich gesehen eine sehr kurze Zeitspanne – verbürgt sich Deutschland für die befreundete Nation Griechenland – zur Vermeidung von Krisen und Konflikten.

Zuerst beschossen und dann beschützt.

Wenn es uns gelingt, ein friedliches Europa zu bauen, wird uns die erste Hälfte dieses Jahrhunderts mit Sicherheit nicht die Hölle bringen, die uns die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gebracht hat.

Wir können nur hoffen, dass durch die katastrophale Wirkung der Bomben von Hiroshima und Nagasaki auch die größten Kriegstreiber Angst vor der eigenen Vernichtung bekamen. Einen hohen Preis mussten die Japaner für diese Einsicht der westlichen und östlichen Welt bezahlt, 200.000 Tote in Hiroshima und 140.000 in Nagasaki.

Der Schriftsteller Ludwig Börne sagte einmal:

„Der Schmerz ist der große Lehrmeister der Menschen.“

Wäre die Atombombe früher fertig gewesen, wäre auch ein Abwurf über Deutschland im Bereich des Möglichen und Denkbaren gewesen. Das sollte man sich vergegenwärtigen, wenn man über den sich anbahnenden Konflikt mit dem Despoten im Iran wegen der Entwicklung von Atomwaffen redet.

Atombomben sind globale Bomben.

2011 geht in Geschichte ein als das Jahr des nordafrikanischen Frühlings, in dem die Despoten reihenweise fielen. Tunesien, Ägypten, Libyen – Syrien und der Jemen werden folgen – auch der Iran.

Die Globalisierung der Freiheit lässt sich nicht aufhalten.

Despoten haben schon immer versucht, Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt zu unterdrücken. Wehe dem, der im Dritten Reich den britischen Rundfunk und andere Feindsender hörte oder in der DDR Westfernsehen schaute. Das Fernsehen hat denn auch maßgeblich dazu beigetragen, dass die Menschen im Osten gleiche Lebensverhältnisse anstrebten wie im Westen und letztendlich ihre Unterdrücker fortjagten. Der Iran hat sich zu einem reinen Spitzelstaat mit seinen Sittenwächtern entwickelt.

Die Globalisierung der Medien hat aber in den vergangenen Jahren eine weltweite Vergleichbarkeit der Lebensqualität und einen Blick aus der Unfreiheit in die Freiheit ermöglicht. Man sieht überall in der Wüste und im Urwald, auf dem Himalaja und am Amazonas Satellitenantennen stehen.

Mit ihnen kommen Informationen, auch Informationen über die Lebensverhältnisse in anderen Teilen der Welt und damit kommt die Vergleichbarkeit – und die Freiheit.

So lange Diktatoren, Tyrannen und Despoten Macht ausüben, solange werden sie freien Zugang zu Informationen und Bildung zu verhindern versuchen.

So lange Diktatoren, Tyrannen und Despoten Macht ausüben, solange gibt es Krieg, Leid, Opfer, Trauer und Verzweiflung, denn Gewalt ist immer die letzte Zuflucht der Unfähigen. Man muss nur nach Libyen und nach Syrien schauen.

Itzak Rabin, ehemaliger israelischer Premierminister, griff genau diese Schwachstelle der Regierenden auf, als er sagte:

„Soldatenfriedhöfe in allen Teilen der Welt sind stille Zeugen des Unvermögens nationaler Führer, das menschliche Leben heilig zu halten.“

Aber 2012 wird sich anschließen an das Jahr 2011 mit der Beseitigung von Diktatoren, Tyrannen und Despoten – auch die Nordkoreaner warten sehnsüchtig auf Freiheit.

Das Jahr 2013 wartet auch bereits auf die Verbreitung von Freiheit auf Kuba, in Venezuela, Kolumbien, weltweit – und auf die Verbreitung von Frieden.

Hoffen wir, dass nie mehr eine Atombombe eingesetzt wird. Aber wenn Machtgierige fürchten, alles zu verlieren, sind sie leider oft genug auch bereit, Menschen zu vernichten – am Ende sich selbst.

Und so lange wird der Volkstrauertag seine Funktion als Mahnung für den Weltfrieden behalten müssen.

So lange Krieg nicht undenkbar ist, so lange müssen wir ihn denken.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.